Flussreise zum Fete des Lumieres

Fahrt mit dem Reisebus nach Annecy

In diesem Reisebericht berichten wir über die kombinierte Bus- und Schiffsreisen an das Fete des Lumieres in Lyon. Diese Reiseroute eignet sich auch sehr gut für ein Wohnmobil Reiseziel. Wie letztes Jahr während der Adventszeit bereisen wir auch dieses Jahr Europa und besuchen traditionelle Weihnachtsmärkte und andere Attraktionen. Diesmal geht’s nach Frankreich. In Lyon wollen wir uns das alljährlich stattfindende Lichterfest „Fête des Lumières“ anschauen. Mit dem Reisebus fahren wir zuerst von Wil nach Annecy, wo wir einen Mittagshalt einlegen. 

Die Zeit nutzen wir, um durch das einladende Städtchen zu schlendern und durch den Weihnachtsmarkt zu bummeln. Erwähnenswert ist das multikulturelle Speiseangebot des Marktes.Danach fahren wir mit dem Bus weiter bis ins Zentrum von Lyon, wo wir auf dem Flussschiff „Excellence Rhone“ einchecken. 

Ankunft in Lyon und einchecken auf dem Schiff Excellence Rhone

Das luxuriöse Schiff, das auf der Rhone und der Saône verkehrt, ist für die nächsten drei Tage und Nächte unser Domizil. 

Anlegestelle der Flussschiffe im Hafen von Lyon

Der erste Besuch des des Fête de Lumières

Nach dem Abendessen begleitet uns die Reiseleiterin durch das nächtliche Lyon zum Lichterfest, das in der ganzen Welt bekannt ist. Angst, in eine dichtgedrängte Menschenmenge einzutauchen, darf der interessierte Besucher nicht haben. Es geht jedoch nur schleppend voran. An den Zugängen zu den wichtigsten Attraktionen werden die Besucher und ihre Taschen von den Sicherheitskräften kontrolliert. Rucksäcke sind verboten. Das Gerangel und Gedränge hindert uns daran, mit der zierlichen Stadtführerin Schritt zu halten. Zum Glück haben wir vor Beginn der Tour Headsets bekommen. So stehen wir stets mit ihr in Kontakt. Immer wieder gibt sie ihren Standort bekannt. Ihr Deutsch ist dabei mit einem bezaubernden französischen Akzent gefärbt. Vier Tage lang erstrahlt Lyon im Dezember abends in einem spektakulären Farbenmeer. Die Lichtprojektionen werden dabei mit passender Musik untermalt. Die Lichtkünstler überraschen die Besucher jedes Jahr stets aufs Neue mit einer einzigartigen Licht-Installation. Um 22.30 Uhr endet die Führung und wir gehen zurück aufs Schiff.

Stadtbesichtigung von Lyon

Um 8.30 Uhr nach dem Frühstück ist eine Sightseeing-Tour in Lyon mit dem Bus geplant. Lyon ist reich an Sehenswürdigkeiten. Die malerische Altstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Viele Prachtbauten, historische Museen, großflächig mit originellen Motiven bemalte Hauswände und ein ausgeklügeltes System von Hausdurchgängen, die die Einheimischen „traboules“ nennen, zählen zu den meist frequentierten Lokalitäten der Stadt. Lyon ist auch eine erstklassige Adresse für Feinschmecker. Hier war der große Paul Bocuse zu Hause. Er war einer der populärsten Köche der Welt. Wer es nicht schafft, einen begehrenswerten Tisch in einem seiner viel gepriesenen Restaurants zu ergattern, kann in die „Halles de Lyon Paul Bocuse“ ausweichen, einem Eldorado für Gourmets. Um die Mittagszeit ist die Stadtbesichtigung zu Ende. Genau richtig, denn wir haben Hunger. Nach dem Mittagessen schlafen wir bis zum Abendessen.

Fantastische Aussicht über den Dächern von Lyon

Der zweite Besuch des Fête de Lumières

Danach besuchen wir auf eigene Faust nochmal das Lichterfest. Wir lassen die Licht-Inszenierung erneut auf uns einwirken und können es wirklich geniessen, denn es hat viel weniger Besucher als beim ersten Mal. Das Highlight ist für uns die atemberaubende Projektion „Genesis“ auf die Fassade der Kathedrale „Saint-Jean“. Die Kathedrale entspringt dem romanisch-gotischen Baustil und steht unter Denkmalschutz. Um 23.00 Uhr ist das „Fête des Lumières“ zu Ende und die Lichter werden gelöscht.

Ausflug ins südliche Beaujolais Weinanbaugebiet

Kurze Information zu der Geschichte des Lichterfestes in Lyon

Gestärkt durch das Frühstück sind wir bereit, den Ausflug in das idyllische Beaujolais-Weinbaugebiet mit seinen hügeligen Ebenen und den goldgelb schimmernden Bauten aus Kalkstein in Angriff zu nehmen. Einen Zwischenhalt legen wir im Dörfchen Oingt ein, das  exponiert auf einem Hügelzug thront, der meist nebelfrei ist. Oingt ist bekannt für seine besonders originellen Krippen. Wer hat schon einmal Maria und Josef in einer Mikrowelle gesehen? Eine andere Krippe ist in einem Vogelkäfig ausgestellt, eine weitere in einer Art Vogelhaus. Im Hof „Domaine Paire“ in Ternand, nur 40 Kilometer nordwestlich von Lyon gelegen, degustieren wir die lieblichen Weine, die aus den Gamay-Trauben gekeltert werden. In der Zwischenzeit ist die „Excellence Rhône“ mit den Reisenden, die nicht am Ausflug teilgenommen haben, auf der Saône von Lyon nach Trévoux gefahren, wo wir wieder einschiffen. Nach dem Mittagessen geniessen wir die Schiffsfahrt nach Chalon-sur-Saône, wo wir kurz vor dem Eindunkeln ankommen. Den letzten Höhepunkt bildet der Gala-Abend auf der „Excellence Rhône, wo wir ein mehrgängiges Abendessen geniessen.

Nach dem Frühstück heisst es packen und auschecken. Der Bus steht schon bereit für die Rückreise in die Schweiz. Dieses Mal gibt es einen Halt in Besançon, wo wir einen eher enttäuschenden Weihnachtsmarkt vorfinden. Wir trösten uns mit einem warmen, köstlichen Flammkuchen. Alles in allem war die Reise ein unvergessliches Erlebnis, und wir freuen uns bereits jetzt schon, nächstes Jahr erneut Neuland zu entdecken und darüber zu berichten.

Das 1989 gegründete Festival der Lichter wie es heute stattfindet ist ein Touristenmagnet das mehr als drei Millionen Besucher nach Lyon zieht. Belegt ist der Ursprung dieses Anlasses im 17. Jahrhundert. Lyon das 1643 stark von der Pest betroffen war, suchte Hilfe bei der Jungfrau Maria. Wie durch ein Wunder stellte sich Epidemie allmählich ein. Aus Dankbarkeit wurde eine vergoldetet Statue der Jungfrau Maria auf die Spitze des Glockenturms der Basilika gestellt. Das Datum ihrer Feier wurde auf den 8. Dezember, den Tag der Unbefleckten Empfängnis, verschoben. Am Tag der Einweihung traf Lyon ein starkes Gewitter und gefährdete die geplante Feierlichkeit. Im laufe des Tages hört der Regen auf und die erleichterten Lyoner stellen Kerzen in ihre Fenster. Diese Tradition blieb bis heute erhalten. Noch heute kann man die Kerzen vor den Fenstern Lyons sehen.