Weekend in Kressbronn

Wir freuen uns auf die Auffahrt Feiertage. Vier Tage weg von zu Hause und entspannen. Die Wetterprognosen sind zwar nicht besonders gut, sogar starker Regen ist voraus gesagt. Egal, wir haben ja unser schützendes Dach immer mit dabei. Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, starten wir unsere Reise kurz vor 19.00 Uhr Richtung Kressbronn am Bodensee. Für einmal ist es eine kurze Strecke bis zu unserem Reiseziel. Nur in Bregenz hat es reichlich Verkehr, dennoch passieren wir dieses berüchtigte Nadelöhr in verhältnismässig kurzer Zeit. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Kressbronn. Einmal mehr verpassen wir die Abfahrt und müssen wenden. Hätten wir das Navi dabei, wäre das möglicherweise nicht passiert.

Minuten später stehen wir auf dem Stellplatz und es hat sogar noch einen Platz frei, obwohl er nahezu belegt ist. Wir richten uns ein und besichtigen den Platz genauer. Der Platz ist nicht gerade preiswert, aber verfügt über einige Besonderheiten, wie Toiletten, Duschen, Brötchenservice und einer Gaststätte. Ausserdem liegt er direkt am Bodensee Fernradweg. Wir sind gespannt, wie wir hier die Tage erleben.

 

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Nach einer ruhigen Nacht, begrüsst uns der neue Tag mit Sonnenschein und annähernd sommerlichen Temperaturen. Genau das richtige Wetter um uns auf die Fahrräder zu setzen und Richtung Lindau zu fahren. Der Radweg ist gut beschildert und führt teilweise am Bodensee entlang. Immer wieder bieten sich traumhafte Blicke auf den nicht ganz ruhigen See. Gegen Mittag erreichen wir Lindau, wo wir vor der ersten nennenswerten Herausforderung stehen. Wo parkieren wir unsere Räder? Durchgängig hat es Schilder, die ein Abstellen von Fahrrädern untersagen. Schlussendlich finden wir einen Ort wo es erlaubt ist. Es ist richtig heiss in dieser Stadt und es hat sehr viele Leute die das Gleiche tun wie wir. Sie bummeln durch die Stadt bewaffnet mit der Kamera um die Eindrücke digital fest zu halten.

Das permanente drücken des Auslösers, macht durstig und zugleich auch hungrig. In einem Biergarten stillen wir unsere kulinarischen Gelüste und beobachten das hektische Treiben des Servierpersonals. Uns wäre das bestimmt nicht aufgefallen, wenn nicht ständig der Oberkellner seine Mitarbeiter mit „schneller, schneller“ angefeuert hätte. Jedes Mal, wenn ein Ausflugsschiff am Hafen angelegt hat, stieg die Zahl der Gäste deutlich und die Tische füllten sich schnell.

Mit unseren gefüllten Bäuchen haben wir wieder genügend Energie die Rückfahrt nach Kressbronn anzutreten. Es sind viele Radfahrer unterwegs, auch ungeübte und das erfordert volle Konzentration und stetige Bremsbereitschaft. Heute ist in Deutschland der Vatertag und die Tradition fordert sportliche Tätigkeit von den Vätern. Trotz viel Verkehr auf dem Fahrradweg, erreichen wir den Stellplatz unfallfrei. Nach einer Kaffee- und Ruhepause, fahren wir mit den Rädern ins Zentrum von Kressbronn und erkunden den Ort. Südlich des Ortes befindet sich das Industriegebiet und nicht unweit entfernt ist der Jachthafen. Wir sind beeindruckt von der Grösse des Areals. Einen Moment lang haben wir das Gefühl, als wären wir am Mittelmeer.Wieder auf dem Stellplatz bestellen wir Brot für morgen und kaufen Duschmünzen. Gegen 21.00 Uhr essen wir eine Chinesensuppe, Käse und Wurst die wir vorher im Supermarkt auf dem Campingplatz Gohren gekauft haben. Wir gehen schlafen und kaum haben wir uns hingelegt, fängt es heftig zu regnen an.

Am darauffolgenden Morgen hat sich die Wetterlage nicht verändert. Es regnet noch immer pausenlos. Ich ziehe die Regenjacke an und hole die bestellten Brötchen ab. Da es nicht stark stürmt, kurble ich die Sonnenmarkise heraus, damit wir einigermassen vor Nässe geschützt sind, wenn wir eine Zigarette rauchen. So frühstücken wir im geheizten Wohnmobil und beobachten die Witterung. Den Rest des Tages verbringen wir mit lesen, Reisebericht schreiben und schlafen. Am Abend gehen wir in die Tenne des Dorfkruges und geniessen ein Huft Steak mit Beilage.

Am Morgen als wir aufstehen hat der Regen nachgelassen. Der Himmel ist allerdings wolkig und die Temperatur hat sich ziemlich abgekühlt. Ich hole die bestellten Brötchen im Hofladen und wir frühstücken im Wohnmobil. Später schwingen wir uns auf die Räder und fahren ins Zentrum von Kressbronn. Gehen einkaufen, zuerst zum Lidl danach statten bei Fritz Berger noch einen Besuch ab. Ich möchte gerne einen neuen Gasgrill kaufen, ein Modell das ich an den Aussengashahn anschliessen kann. Ich bin unschlüssig, verlassen das Ladengeschäft ohne etwas zu kaufen.Wir kehren zu dem Stellplatz zurück, verstauen die eingekauften Lebensmittel. Noch einmal schwingen wir uns auf die Fahrräder, fahren auf dem Bodenseefahrradweg in Richtung Friedrichshafen. Unser Ziel, das Möbelhaus mit dem grossen Stuhl. Erstaunlicherweise finden das Geschäft ohne grosse Probleme. In der obersten Etage befindet sich das Restaurant, in dem wir kostengünstig speisen. Die Aussicht von hier oben ist gewaltig. Zu sehen ist der Flughafen, die startenden und landenden Zeppeline und natürlich auf den überdimensionalen roten Stuhl. Später bummeln wir noch durch die Möbelausstellung. In der Ladenstrasse hat es noch einen Intersport in dem ich mir Socken kaufe. Danach fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von Friedrichshafen und schlendern durch die Gassen.

Wir haben uns für das Frühstücksbuffet in der Tenne angemeldet. Von 7.30 – 9.30 Uhr kann man sich am reichhaltigen Buffet bedienen. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen und stehen bereits um 7.00 Uhr auf. Als wir satt sind geht es an das Aufräumen und Zusammenpacken. Gegen 11.00 Uhr bezahle ich die Stellplatzgebühr (84 Euro) am Automaten. Wenig später verlassen wir den Stellplatz und Kressbronn. Wir fahren die gleiche Strecke zurück, wie bei der Anfahrt. Kurz vor der Schweizer Grenze tanken wir Diesel, der in Österreich einiges günstiger ist als in der Schweiz. Gegen 14.00 Uhr sind wir wieder zu Hause.