Reisebericht Holland Rundreise Teil 1

Um zwei Uhr früh klingelt der Wecker und wir schaffen es wie geplant um drei Uhr abzufahren. Noch schnell die Tankstelle anfahren, denn das Womo hat heute sicherlich mächtig Durst. Ohne Probleme erreichen wir Konstanz und somit auch Deutschland. Bis vor Stuttgart hat es kaum Verkehr auf der Autobahn. Weil ich einmal mehr nicht auf das Navigationsgerät höre, verpasse ich die Abzweigung und wir müssen einen Umweg fahren. Auf der Strecke Stuttgart Karlsruhe fängt es stark zu winden an. Da wir für Böen eine große Angriffsfläche haben ist zusätzliche Konzentration geboten. Nach 300 gefahren Kilometern übernimmt Karin das Steuer für den Rest der Strecke.

In Mendig angekommen fahren wir zuerst den Stellplatz an. Der ist gut besetzt, so dass wir zuerst einkaufen gehen. Später hat sich die Situation auf dem Stellplatz nicht verändert nur stehen jetzt auch noch PKWs auf dem Platz. Wir entscheiden uns den Campingplatz Siesta anzufahren. Der Platzwart weist uns einen Platz im hinteren Teil des Campingplatzes zu, von dem der Lärm der angrenzenden Autobahn weniger zu hören ist.

Später fahren wir mit den Fahrrädern zu der nahegelegenen Klosteranlage Maria Laach. Ein wunderbarer Ort zur Erholung gelegen am Laacher See. Das Herzstück der Klosteranlage ist die sechstürmige Basilika. Sie gilt als eines der schönsten romanischen Baudenkmäler. Die Klostergärtnerei hat ein umfangreiches Pflanzenangebot und vieles mehr, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt.

Nach der Besichtigung haben wir Hunger und fahren in die Stadt. Mendig liegt in der Osteifel unweit des Rheins, etwa fünf Kilometer vom Laacher See entfernt. Im Zentrum befindet sich die Vulkan Brauerei. Das Gasthaus liegt mitten in der schönen Vulkaneifel, daher der Name. In gemütlicher Atmosphäre genießen wir Eifler Spezialitäten.

Nach dem Frühstück schwingen wir uns auf die Fahrräder. Zuerst geht es ins Zentrum von

Mendig. Von dort nehmen wir den Radweg in Richtung Andernach. Anfänglich ist dieser gut ausgeschildert bis zu dem Ort Kruft. Ab da fahren wir der Nase nach und erreichen sogar Andernach. Am Ufer des Rhein schießen wir Fotos bevor die Altstadt besichtigt wird. In der Gelateria stärken wir uns mit Eiskaffee, ehe

wir die Rückreise antreten.

Stadtschloß Ruine in Andernach
Stadtschloß Ruine in Andernach

Vorbei an dem Laachersee geht es zu der

Wingertsbergwand, einem geologischen Fenster in die Vergangenheit. Die beeindruckenden, bis zu 40 Meter hohen Ablagerungen sind ein Ergebnis der gewaltigsten vulkanischen Eruption der jüngeren Erdgeschichte in Mitteleuropa. Die Rede ist vom Laacher See-Vulkan, ein grauer mit enormer Zerstörungskraft.

Danach geht es zurück zum Campingplatz. Heute kommt unser Grill wieder einmal zum Einsatz, denn es gibt Steaks und Salat mit Pommes Chips.

Wingertsbergwand, Mendig Deutschland
Wingertsbergwand, Mendig Deutschland

Wir starten den Tag mit dem Frühstück. Da das Brot alle ist, begnügen wir uns nur mit Kaffee. Gegen 10 Uhr sind wir fertig für die Weiterreise und verabschieden uns von unseren Nachbarn, die auch einen Eura fahren. Nach dem Tanken fahren wir auf der Autobahn A61 weiter nordwärts Richtung Holland. Ausser einem kleinen Stau zu Beginn der Fahrt verläuft alles reibungslos.

In Kaatsheuvel angekommen findet das Navi den geplanten Campingplatz nicht und wir müssen wenden. Der zweite Versuch den Campingplatz anzufahren scheitert auch. So fahren wir weiter und entdecken einen anderen Campingplatz. Hier gefällt es uns und wir bekommen einen schönen Platz. Später gehen wir in das angrenzende Restaurant De Roestelberg und essen Fish and Chips.

Nun ist der Tag da, auf den wir schon seit langer

Zeit gewartet haben. 20 Jahre sind inzwischen vergangen seit unserem letztenBesuch im Freizeitpark Efteling. Efteling ist der größte Freizeitpark in den Niederlanden mit spannenden und bezaubernden Attraktionen, das ideale Ziel für die ganze Familie und natürlich auch für uns als Ü50. Beim Einlass gibt es Probleme mit der Onlinebuchung die wir vorgängig getätigt haben. Die Parkbetreiber sind aber auch für solche Dinge bestens vorbereitet und wenig später halten wir die Eintrittskarten in Papierform in der Hand.

Einmal mehr haben viele andere Leute die gleiche Idee wie wir. Schon an der ersten Attraktion stehen wir 45 Minuten an. Der Park ist den vergangenen Jahrzehnten gewachsen und einige Wegstrecken sind zu bewältigen, was sich mit der Zeit auch in unseren Füssen bemerkbar macht. Das Fazit, ein schöner Freizeitpark für Familien aber der Europapark bleibt für uns die Nummer 1.

Heute werden nicht durch den Wecker wach, sondern durch den einsetzenden Regen, der auf das Wohnmobildach prasselt. Zum Frühstück

gibt es Gummibrot das wir gestern fälschlicherweise zu den Brötchen bekommen

haben. Als der Regen etwas nachlässt erledige ich die Ver- und Entsorgung. Gegen 10 Uhr fahren wir los in Richtung Rotterdam bei mäßigen Regen. Auf der Autobahn schüttet es dann wie aus der Gießkanne.

Wohnmobilstellplatz Alblasserdam, Niederlande
Wohnmobilstellplatz Alblasserdam, Niederlande

Trotz der eingeschränkten Sicht und der guten Navigation von Karin erreichen wir den Wohnmobilstellplatz in Kinderdijk. Es hat einen freien Platz und wir bezahlen 34 Euro für zwei Nächte. Wirklich nicht viel Geld für Strom, Wasser, Internet, WC und Dusche. Gegen Abend scheint zeitweise die Sonne durch den wolkigen Himmel. So machen wir uns auf um die Windmühlen von Kinderdijk zu besichtigen.

Kinderdjik, Niederlande

Die bekanntesten Windmühlen von Holland  stehen am Kinderdijk rund 15 Kilometer südlich von Rotterdam. Die 19 noch gut erhaltenen Mühlen stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe

ernannt. Die Mühlen sind kostenlos zu besichtigen und präsentieren sich bei unserem Besuch  im herrlichen Abendlicht. Wir knipsen wie verrückt um jedes Motiv festzuhalten. 

 

Heute beginnt der Tag für uns ziemlich früh. Durch den Lärm von der angrenzenden Baustelle werden wir aus dem Schlaf gerissen. So stehen wir auf, trinken Kaffee und warten auf den Bäcker, der sich pünktlich um 8.30 Uhr mit wildem gehupe ankündigt. Heute gibt’s wieder einmal ein Frühstück mit knusprigen Brötchen. Das Wetter ist trocken aber windig, wir kleiden uns dementsprechend für unseren Stadtbummel in Rotterdam.

In unmittelbarer Nähe ist die Anlegestelle des Wasserbusses der pünktlich anlegt. Wir steigen ein und mit voller Fahrt geht's Richtung Rotterdam wo wir 35 Minuten später auch ankommen.

Rotterdam ist eine Hafenstadt in der niederländischen Provinz Südholland.

Eine Stadt mit vielen Gesichtern: coole Hafenstadt, trendy Ausgehstadt, schicke Einkaufsstadt und hippe Künstlerstadt. Aber Rotterdam ist in erster Linie auch die Architekturstadt Hollands, in der Modernisieren im Mittelpunkt steht und deren Skyline sich konstant verändert. Rotterdam wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört und ist seit dem Wiederaufbau für ihr futuristisch-modernes Stadtbild bekannt.

Für einmal unternehmen wir die Stadtbesichtigung mit unseren Fahrrädern, was auch bestens funktioniert bei dem hervorragenden Radwegenetz. Wir starten mit der Erasmusbrug, dem Maastunnel, dem Euromast, dem de Boegder Willemsbrug, der De Hef Koningshavenbrug, des Kubushauses und der Market Hall. In der Markthalle nehmen beim Griechen das Mittagessen ein. Danach bummeln wir durch die Shoppingstrasse von Rotterdam.

Heute erwache ich um 8.15 Uhr. Schnell aufstehen und anziehen, denn der Bäcker kommt schon in 15 Minuten. Während dem Frühstück fängt es wieder an zu regnen. Wenig später verschwinden die Regenwolken und die

Sonne scheint. Genau der richtige Zeitpunkt um das Wohnmobil reisefertig zu packen. Es geht in Richtung Den Haag. Auf dem Weg dahin unternehmen wir einen Abstecher zur Sturmflutwehr  Maeslantkering.

Die eindrucksvolle Sturmwehr ist eines der Wunder der modernen Welt! Die Wehr wurde gebaut, um Rotterdam und seine Umgebung vor Überflutungen zu schützen und ist eine der großartigsten Werke der Holländer im Kampf gegen das Wasser!

Wir fahren zu dem Campingplatz von Den Haag. Der befindet sich im Ferienpark Kijkduin, gelegen zwischen der historischen Königsstadt Den Haag und der weiten Nordsee. Wir fahren Vor der Schranke stehen schon einige Campingfahrzeuge und warten auf Einlass. Obwohl wir nicht reserviert haben, bekommen wir einen schönen Platz umringt von Bäumen. Nach unserem üblichen Kaffee fahren wir mit unseren Rädern durch die Dünenlandschaft in Richtung Den Haag zu einem Baumarkt. Wir brauchen ein zusätzliches Fahrradschloss, da in Holland Elektrofahrräder ein begehrtes Diebesgut ist. Jetzt sind sie doppelt gesichert und wir können die Räderunbeschwert mal stehen lassen.

Gegen Abend fahren mit den Rädern nach Kijkduin. Der Ort  hinter den Dünen des Nordseestrandes, umgeben von Natur, Stadt und Strand. Die südholländische Nordseeküste bietet so alles für einen perfekten Strandurlaub. Die Strände in der Umgebung sind mit der blauen Flagge ausgezeichnet. Dieses europäische Gütezeichen kennzeichnet sichere und saubere Strände. Wir können einen fantastischen Sonnenuntergang erleben.