Reise nach Hamburg

Wegstrecke von Hauptwil nach Hamburg mit dem Wohnmobil

Um 02.00 Uhr verlassen wir Hauptwil in Richtung Rheintal. Wir passieren die Grenze zu Österreich, durchfahren die sonst starkbefahrene Stadt Bregenz und erreichen die Grenze zu Deutschland. Zum ersten Mal werden wir an dem deutschen Zoll Hörbranz von der Bundespolizei angehalten. Der freundliche Beamte fragt uns nach dem Herkunftsland und unserem Reiseziel. Karin und ich beantworten die Frage einstimmig mit Hamburg. Der Polizist antwortet, da haben sie noch eine weite Strecke vor sich und wünscht uns eine gute Fahrt. 

LKW Unfall auf der Autobahn
Quelle: Rasche/Feuerwehr Hann. Münden

Wir kommen gut voran und in regelmäßigen Abständen übernimmt Karin das Steuer. In Kassel tanken wir zum ersten Mal und fahren wenig später in einen Stau. Wegen eines Lkw Unfall ist die Strecke gesperrt und wir verlieren dadurch über zwei Stunden. Als wir von der Autobahn runter sind und den Unfall umfahren halten wir Mittagspause an einer Raststätte. Wir denken, endlich wieder freie Fahrt, aber die empfohlene Umfahrung ist auch mit reichlich Verkehr blockiert. Zudem fängt es an zu regnen und zusätzliche Konzentration ist gefordert. Erneut mit erheblichem Zeitverlust erreichen wir endlich wieder die Autobahn. Es herrscht allgemein ein sehr hohes Verkehrsaufkommen an diesem Karfreitag. In der Lüneburger Heide geraten wir abermals in einen Stau, wiederum ein Zeitverlust von dreissig Minuten.

Nach 859 gefahrenen Kilometer, einer Fahrzeit von 15 Stunden erreichen wir gegen 17.00 Uhr Hamburg und den Stellplatz Elbepark Bunthaus. Wir melden uns an, gut habe ich reserviert, denn der Platz ist gut belegt. Wir stellen das Wohnmobil auf den freigehalten Platz und richten uns wohnlich ein. Anlässlich der Osterfeiertage bieten die Stellplatzbetreiber Grilladen und Salat an. Diesem Angebot können wir nicht widerstehen, wir füllen die Teller reichlich und lassen uns das Ganze im geheizten Womo schmecken. Danach bestellen wir die Brötchen fürs Frühstück. Ein Brötchenservice den ich für die Nachahmung empfehle. Da steht ein grosser Holzkasten mit Deckel, im Inneren befinden sich vorgedruckte Umschläge. Ablauf: Anzahl Brötchen eintragen, Name und Kennzeichen aufschreiben, Geldbetrag in den Umschlag, verschließen und ab in den Briefkasten. Am nächsten Morgen sind dann die frischen Brötchen in dem Holzkasten abholbereit. Karin und ich sind geschafft von der fünfzehn Stunden langen Fahrt und gehen schlafen. Die Kinder konnten sich während der Fahrt ausruhen und sind natürlich fit. Sie hören noch Musik und legen sich erst später schlafen, ich habe jedenfalls nichts mehr mitbekommen.

Der Stellplatz Elbepark-Bunthaus befindet sich mitten in der Natur, eingerahmt von Norder- und Süderelbe und ist trotzdem nur 12 Kilometer von der Hamburger Innenstadt entfernt. http://www.elbepark-bunthaus.de

Schrippen

Nach dem Aufwachen besorge ich die bestellten Schrippen (Brötchen). Die Sonne scheint ins Wohnmobil beim einnehmen des Frühstücks. Heute geht es in die Stadt Hamburg und wir kleiden uns dementsprechend. Wenig später stehen wir in der Stellplatz-Rezeption, kaufen eine Gruppentageskarte für den Nahverkehr. An der unweit entfernten Haltestelle müssen wir nur wenige Minuten auf den Bus warten. Der bringt uns nach Wilhelmsburg, wo wir in die S-Bahn einsteigen und zu den Landungsbrücken fahren.

Wir verlassen den Zug und steuern den Ausgang an. Wir sind beeindruckt als wir den Hafen von Hamburg sehen. Um den Augenblick festzuhalten schießen wir unzählige Fotos. Spontanbesteigen wir den Bus einer Stadtrundfahrt. Auf eine amüsante Art berichtet der Tourguide viel Interessantes über die Stadt Hamburg. Motiviert verlassen wir den Bus und steuern die Reeperbahn an. Nicht, dass wir dort das Treiben genauer beobachten wollen, sondern weil wir dort einen KFC entdeckt haben. Voll mit Wings und anderen Sachen verlassen wir das Fastfood Lokal und steuern die nächste S-Bahn Station an. Irgendwie sind wir froh diese ungewohnte Umgebung zu verlassen.

 

Bei der Haltestelle Rathausmarkt verlassen wir wieder die Bahn und stehen wenig später wir auf dem Rathausplatz. Ein imposantes Gebäude das durch die Bombardierung im zweiten Weltkrieg wie durch ein Wunder nicht zerstört wurde. Weiter geht es zum Shoppen, die Lieblingsbeschäftigung meiner Tochter. Zu einer Zwischenverpflegung noch schnell in den Starbucks einen Kaffee zu trinken. Dann wird ein Kleidergeschäft nach dem anderen aufgesucht. Schlussendlich kaufe ich mir selbst noch eine Jacke und eine Kopfbedeckung, damit ich nicht mehr so „tourimässig“ aussehe. Zurück im Wohnmobil gibt es eine Nudelsuppe mit Wurst. Den Rest des Abends verbringen wir mit dem aktualisieren der Sozialmedien.

 

Nun ist er endlich da, der Tag auf den wir schon so lange warten. Heute geht’s ins Theater neue Flora, das Musical Aladdin schauen. Wegen der Umstellung auf die Sommerzeit haben wir zur Sicherheit den Wecker gestellt, um nicht zu verschlafen. Es bleibt genügend Zeit für das Frühstück und die passende Garderobe für das Theater. Kurz nach 11 Uhr geht es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt von Hamburg. Unfassbar, kaum erreichen wir unser Ziel, fängt es an zu regnen. Es ist fast nicht möglich Fotos von dem Theater zu knipsen. Da wir zu früh sind, gehen wir in das angrenzende Restaurant, trinken Kaffee, essen belegte Brötchen und etwas Süsses. Dann ist es soweit, wir betreten das Gebäude und suchen unsere reservierten Sitzplätze auf. Kurz später beginnt die Vorstellung, erst einmal mit einer Ton-Panne, das tat unserer Vorfreude keinen Abbruch. Eingrandioses Musical mit super Darsteller und einer eindrucksvollen Show. Völlig begeistert und bestens unterhalten verlassen wir das Theater drei Stunden später.

 

Da der Regen zwischenzeitlich aufgehört hat und die Sonne scheint, entscheiden wir spontan nochmals an den Hafen zu gehen. An der Haltestelle Landungsbrücken steigen wir aus und steuern den alten Elbtunnel an. Wir gehen durch den Tunnel unter der Elbe auf die andere Seite. Allein die Vorstellung, welche Wassermenge sich oberhalb von uns befindet, lässt in uns ein eigenartiges Gefühl aufkommen. Auf der anderen Seite haben wir einen phantastischen Blick auf die Landungsbrücke. 

 

Zwangsläufig gehen den gleichen Weg zurück. Wieder bei der Landungsbrücke angekommen, sind wir fasziniert von dem Treiben das dort statt findet. Danach zieht es uns in das portugiesischen Viertel, welches bekannt ist für leckere Fischlokale. Für eines entscheiden wir uns und lassen uns köstliche Speisen schmecken.

Gestärkt geht’s weiter wieder zur S-Bahn und zwei Stationen später stehen wir vor dem Hamburger Dom. Das ist keine Kirche sondern ein Volksfest von Hamburg. Es ist das drittgrösste Volksfest von Deutschland neben dem Münchner Oktoberfest und dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. Wir bummeln durch die Marktstände und Fahrgeschäfte. Karin und ich fahren mit dem sechzig Meter hohen Riesenrad und geniessen eine atemberaubende Aussicht auf den Rummel und auf die Stadt Hamburg. Die Kinder riskieren eine Fahrt auf einem modernen Fahrgeschäft. Cheeseburger und Waffeln mit Sahne beendet die bereits nächtliche Runde durch das Volksfest.

Heute stehen wir etwas später auf als sonst. Auf dem Stellplatz herrscht Aufbruchsstimmung. Es ist Ostermontag, der letzte Osterfeiertag, die meisten müssen vermutlich am Dienstag wieder arbeiten. Wir haben Urlaub und können noch etwas länger blieben. Nach dem Frühstück gehen wir ein weiteres mal in die Stadt, genauer in die Speicherstadt von Hamburg. Dort sind die alten Speichergebäude aus früheren Zeiten.

Heute werden sie genutzt für diverse Ausstellungen, unter anderem beherbergt es auch das Miniwunderland. Da ich vorgängig ein Zeitfenster reserviert habe gelangen wir ohne Wartezeit in die Ausstellung. Gigantisch was die Erbauer da erschaffen haben. Es gibt so viel zu sehen, man könnte dort den ganzen Tag verbringen.

Es hat ziemlich viele Besucher und es ist schwierig einen Freiraum zu schaffen um ein paar Fotos zu knipsen. Es hat auch viele kleine Kinder die herumtreiben und als erwachsene Person muss man ständig aufpassen, dass sie nicht umgestoßen werden. Fazit, tolle Anlage und Effekte, ich aber würde nicht extra für diese Attraktion nach Hamburg fahren. Bin wahrscheinlich weniger ein Modellbau Fan.  Jedenfalls eine lohnenswerte Besichtigung, ist man eh schon in Hamburg oder in der Nähe.

Heute verlässt uns unsere Tochter, weil sie morgen wieder arbeiten muss. Daher fahren wir nach dem Frühstück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Flughafen. Es war schön, nochmals als ganze Familie ein paar Urlaubstage zu verbringen. Ich denke diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Nach einem Kaffee im Mac Donalds verabschieden wir uns.

Der Rest der Familie begibt sich erneut in die Stadt, genauer in die Hafen City. Dort soll in naher Zukunft ein neuer Stadtteil entstehen. Ein Teil ist schon gebaut, das interessante daran ist die Architektur, kein Gebäude soll dem anderen ähnlich sein. Wir erklimmen einen Aussichtturm, den sogenannten Point View. Nicht gerade prickelnd was wir da alles sehen, hauptsächlich Baustellen. Etwas Enttäuscht begeben wir wieder zurück zur U-Bahn Station.

Wieder in der Stadt angekommen, schlendern wir durch die Europa Passage, einem großen Einkaufszentrum. Wir wollen etwas essen und suchen ein Restaurant auf. Anscheinend haben viele andere Menschen die gleiche Idee und möchten essen. Die Sitzplätze sind begehrt, überglücklich ergattern wir solche bei der Pizzeria. Mit gefüllten Magen nutzen wir die letzten Stunden und klappern einige Shops in diesem Einkaufszentrum ab. Kaufen Schuhe für unseren Sohn und Schmuck für meine Frau. Meine Wenigkeit muss wartet und nutzt die Zeit um das lebhafte Treiben in den Geschäften zu beobachten. Belustigend finde ich die weibliche Kundschaft im Schuhgeschäft, die in verschiedenen Posen ihre anprobierten Schuhe im Spiegel betrachten. Irgendwann bin ich dann von der Wartezeit erlöst worden und es geht ein Haus weiter in den Nespresso Shop. Da bin ich gerne dabei, denn nach dem Einkauf gibt es immer einen geschenkten Kaffee.