Banner mit oder ohne Rübe

Auf einem Campingplatz wurden wir von einem älteren Ehepaar angesprochen und gefragt:“ fährt diese Rübe überhaupt noch“? Und so hatten wir endlich einen Namen für unseren heissgeliebten, beinahe Oldtimer. Ab sofort war es  „üses Rüebli“ (unsere Rübe) und das Wohnmobil bekam selbstverständlich einen unübersehbaren Schriftzug am Heck des Fahrzeugs. Doch der Schriftzug in seiner ganzen Länge überlebte nur kurze Zeit. Wenig später entfernte ich verärgert das Wort Rüebli. Der Anlass der ganzen Aktion ereignete sich am Caravan Salon in Bern. Da stand es dann unser Rüebli auf einem behelfsmässigen Stellplatz, eingeklemmt zwischen neuwertigen, exquisiten auf Hochglanz polierten Wohnmobilen. Zum Glück reisen wir bei Dunkelheit an, so dass es vorerst gar keiner bemerkte. Nach einer erholsamen Nacht besuchen wir am folgenden Tag die Ausstellung. Wieder zurück bei unserem Rüebli packen wir es für die Weiterfahrt. Fahrbereit sitzen wir in der Fahrerkabine und nun kam was kommen musste. Zuerst vorglühen, was sich schon wie eine Ewigkeit anfühlt, dann Schlüssel drehen auf Startposition. Der Motor hustet nur, kommt gar nicht in Schwung. Also, nochmals die ganze Prozedur von vorne. Befangen von dem Starvorgang des Motors ist mir gar nicht aufgefallen, dass sich inzwischen um uns herum Wohnmobilfahrer versammelt haben. Endlich, der Motor läuft und knattert, wie es bei einem alten Diesel so üblich ist. Überaus peinlich ist die aufsteigende Dieselrauchwolke, welche schlagartig den Platz einnebelt. Erst als wir den Parkplatz verlassen bemerken wir die versammelte Menschenmenge, die uns mit ausgiebigen Applaus verabschiedet. Nach diesem Ereignis steht auf dem Aufkleber am Heck des Fahrzeugs nur noch "üses"(unseres), mit anderen Worten, alt aber bezahlt.

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