Ein Grüezi aus der Schweiz


Hallo und herzlich willkommen auf unserer Webseite. Wir sind Karin und Hansruedi und wohnen im Kanton Thurgau nahe beim Bodensee. Schon seit vielen Jahren sind wir mit dem Wohnmobil auf Reisen. Anfangs mit Mietfahrzeugen und seit 2006 mit einem eigenen Wohnmobil. Es ist ein Privileg auf diese Weise die schönsten Flecken dieser Erde zu entdecken. Wir bevorzugen gewöhnlich Wohnmobilstell- und Campingplätze. Haben wir einen geeigneten Platz gefunden sind wir vorwiegend mit unseren Elektrofahrräder unterwegs um die Umgebung zu erkunden. Dank Google Maps haben wir schon manch schönen Ort entdeckt. Diese Freiheit und Unabhängigkeit schätzen wir am mobilen Reisen. Auf unserer Website berichten wir über unsere Abenteuer und Erfahrungen. Für Fragen und Anregungen benützten sie doch bitte das Kontaktformular.


Hier sind wir zu Hause

Unser zu Hause ist in Hauptwil im Kanton Thurgau, nahe an der Grenze zum Kanton St.Gallen. Die Geschichte von Hauptwil führt bis ins Jahr 1413 zurück, die Existenz einiger Höfe in Gottshaus kann gar bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Heute besteht die politische Gemeinde Hauptwil-Gottshaus aus den Ortsteilen Hauptwil, Wilen-Gottshaus, St. Pelagiberg und Eberswil. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 12,5 km. Die Gemeinde zählt rund 1900 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit Bischofszell liegt eine grössere «Stadt» in unmittelbarer Nähe. Zwischen den Ortsteilen Hauptwil und Wilen-Gottshaus erstrecken sich fünf Weiher, denen ein beliebter Wanderweg folgt. Beim Hauptwiler Weiher befindet sich ein öffentliches Freibad. Das reiche Angebot an Freizeitaktivitäten, das abwechslungsreiche Vereins Leben sowie die gute Infrastruktur machen unsere Gemeinde zu einem erholsamen Wohn- und Freizeitort.


Mit oder ohne Rübe

Daher wurden wir auf einem Campingplatz von einem älteren Ehepaar angesprochen und gefragt:“ fährt diese Rübe überhaupt noch“? Und so hatten wir endlich einen Namen für unseren heissgeliebten, beinahe Oldtimer. Ab sofort war es  „üses Rüebli“ (unsere Rübe) und das Wohnmobil bekam selbstverständlich einen unübersehbaren Schriftzug am Heck des Fahrzeugs. Doch der Schriftzug in seiner ganzen Länge überlebte nur kurze Zeit. Wenig später entfernte ich verärgert das Wort Rüebli. Der Anlass der ganzen Aktion ereignete sich am Caravan Salon in Bern. Da stand es dann unser Rüebli auf einem behelfsmässigen Stellplatz, eingeklemmt zwischen neuwertigen, exquisiten auf Hochglanz polierten Wohnmobilen. Zum Glück reisen wir bei Dunkelheit an, so dass es vorerst gar keiner bemerkte. Nach einer erholsamen Nacht besuchen wir am folgenden Tag die Ausstellung. Wieder zurück bei unserem Rüebli packen wir es für die Weiterfahrt. Fahrbereit sitzen wir in der Fahrerkabine und nun kam was kommen musste. Zuerst vorglühen, was sich schon wie eine Ewigkeit anfühlt, dann Schlüssel drehen auf Startposition. Der Motor hustet nur, kommt gar nicht in Schwung. Also, nochmals die ganze Prozedur von vorne. Befangen von dem Starvorgang des Motors ist mir gar nicht aufgefallen, dass sich inzwischen um uns herum Wohnmobilfahrer versammelt haben. Endlich, der Motor läuft und knattert wie es bei einem alten Diesel so üblich ist. Überaus peinlich ist die aufsteigende Dieselrauchwolke, welche schlagartig den Platz einnebelt. Erst als wir den Parkplatz verlassen bemerken wir die versammelte Menschenmenge, die uns mit triumphierendem Applaus verabschiedet. Nach diesem Ereignis steht auf dem Aufkleber am Heck des Fahrzeugs nur noch "üses"(unseres), mit anderen Worten, alt aber bezahlt.

Ein Albtraum oder...

Reparaturen an diesem Fahrzeug liessen nicht lange auf sich warten. Um nur einige davon zu erwähnen, Getriebe, Kupplung, Dieselpumpe und so weiter. Einige Zyniker aus unserem Bekanntenkreis nennen unser heiß geliebte Wohnmobil seitdem Spesenmobil. Diese Reparaturen verschlingen eine beachtliche Geldsumme die wir besser ein teureres und weniger Pannenanfälliges Wohnmobil investiert hätten. Weil wir mittlerweile schon zweimal abgeschleppt werden mussten getrauen wir uns nicht mehr auf ausgedehnte Reisen. Der Hintergedanken irgendwo stecken zu bleiben ist in unseren Köpfen der ständige Begleiter. Durch diese Unsicherheit verlieren wir sogar das Freiheitgefühl, was diese Art von Reisen charakterisiert. Die ganze Situation ist mehr Frust als Lust, das ist der Grund warum ich immer wieder die Internetseiten der Wohnmobilhändler betrachte. Was ich wollte, war schnell klar. Es soll wieder ein Eura mit Alkoven und Längsbank sein wie beim alten, nur kein altes Fahrzeug. Zu meiner Verwunderung wird dieses Modell bei Eura immer noch hergestellt. Standhaft musste ich mir aber immer wieder vor Augen führen, dass wir bereits ein Wohnmobil besitzen und so eine Investition im Moment nicht tragbar wäre. Ausserdem befindet sich ein Händler mit interessanten Angeboten im Norden von Deutschland, was die Sache auch nicht einfacher gestaltet. So verwerfe ich regelmässig meine Phantasien und widme mich realistischeren Dingen.

Dezember 2013, wieder einmal im Netz und auf der Suche nach Angeboten und geeigneten Händlern, stosse ich auf eine private Anzeige mit einem Angebot, was mir zusagt. Das Beste, der Private Verkäufer wohnt nur einige Dörfer weiter von uns entfernt. Anfangs dachte ich, das Wohnmobil wurde sicher schon verkauft, nur das Angebot wurde noch nicht aus der Seite gelöscht. So lasse ich das ganze ruhen, obwohl ich ab und zu auf diese Seite ging. Nach Weihnachten sucht der Verkäufer des Wohnmobils immer noch einen Käufer. Die beste Zeit , meine Frau in meine Gedankengänge einzuweihen. Wenig später vereinbaren wir einen Termin und besichtigen das Wohnmobil. Es ist genau das, was wir suchen und es gibt noch keinen Käufer. Bevor wir zusagen, muss die Finanzierung geregelt werden, was sich erstaunlicherweise unkompliziert erfolgt. Zuerst muss aber noch ein Käufer gefunden werden für unser Rüebli. Meine Frau hängt an ihrem Arbeitsplatz ein Inserat an die Pinnwand und gleich drei Paare melden sich. Meine Befürchtungen das Rüebli will niemand kaufen verringern sich. Nach unglaublichen zwei Wochen, hat das Rüebli neue Besitzer. Ein junges Paar die mit der Faszination mit dem Wohnmobil unterwegs startet, wie wir vor vielen Jahren. Wehmütig übergeben wir unser Rüebli den jungen Globetrottern. Es schmerzte, als ich diese zwei unbekannten Personen auf unseren Sitzen in der Führerkabine sah und erst als das Fahrzeug in Bewegung setzen. Gelegentlich haben wir Dank Facebook erfahren wo sich unser Rüebli gerade befindet und erlebt. Leider erlitt das Rüebli dieses Jahr zur unserer Überraschung einen irreparablen Motorschaden. Ein Automechaniker versicherte mir vor Jahren, die alten Motoren haben eine Lebensdauer von 300000 Kilometer. Bedauerlicherweise erreichte das Rüebli diese Werte nicht.

Einen Tag vor meinem Geburtstag erhielt ich das grösste, materielle Geschenk in meinem Leben. Wir unterschreiben den Kaufvertrag und nehmen das Fahrzeug entgegen. Mit einem guten Gefühl fahren wir es zu seinem neuen Heim. Wow, der erste Eindruck, kein Qualm beim Starten des Motors. Einiges ist anders als beim alten, was wir in der nächsten Zeit feststellen werden. So müssen alle Gegenstände wieder eingeräumt und der passende dazu gefunden werden. Nicht immer eine einfache Aufgabe. Plötzlich stellt man fest, es hat keinen Gewürzhalter mehr, ein Staukasten fehlt, es hat nur noch eine Steckdose, im Bad gibt es nur ein Staufach, die Sitzgruppe ist kleiner, der Ablasshahn für das Frischwasser befindet sich im Innenraum und so weiter. Da das Fahrzeug breiter ist als das alte, hatte ich anfangs grosse Mühe. Das erste Mal rückwärts in die einfahren und schon ging die linke Positionsleuchte in die Brüche. Es brauchte einige Lösungen die sehr zeitraubend waren. Aber das gehört der Vergangenheit an, wir sind rundum glücklich mit dem neuen Wohnmobil, welches den Namen Estrella trägt. Das Wort kommt aus dem spanischen Wortschatz und bedeutet Stern.

 

Wir haben uns schon oft gefragt, warum das Reisen mit dem Wohnmobil in uns eine solche Anziehungskraft auslöst. Es ist die „uneingeschränkte“ Freiheit die wir in uns wahrnehmen. Kein packen, keine komplizierte Organisation, keine Reservation. Der Urlaub beginnt für uns schon bei der Abreise, nach dem Motto: „Die Reise ist das Ziel“.  So anspruchslos ist es natürlich auch bei uns nicht, im Hintergrund läuft der ganze Familienclan, was unsere Spontanität schmälert. Ab und zu gelingt es uns, auch ausserhalb der vorgegebenen Urlaubstage, für ein Wochenende wegzufahren. In der Regel steuern wir den nahegelegenen Stellplatz in Bad Dürrheim an. Ein herzliches Dankeschön an die Familie Bertsch , die für uns eine solche kleine Oase betreiben. Work Live Balance von besonderer Güte und unsere Batterien sind wieder aufgetankt um im Alltag und in der Arbeitswelt zu bestehen. In dieser Ruhephase verzichten wir bewusst auf die Flimmerkiste. Das Gespräch und der Austausch sollen im Zentrum stehen. Heut zu Tage, im medialen Zeitalter eine beachtliche Herausforderung. Einmal mehr bin ich abgestreift und agiere wieder in meinem sozialen Berufsfeld.   

Später kam dann noch dieser Aufkleber hinzu.  


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